
"Wenn die
Kraft in dir zerstörerisch wird, kannst Du sie nur mit Zerstörung bekämpfen"
(M. Hagen)
Dass sich die
Kräfte in einem Menschen schwer steuern lassen, hatte ich am eigenen Leib
erfahren. Dass sich aber die zerstörerische Seite der Kräfte nie ganz beseitigen
lässt, war mir früher noch nicht bewusst.
Das was ich bis dato durchlaufen hatte, schien mir schon gewaltig, das was noch
kommen sollte, gab es damals noch nicht in meiner Vorstellung. Mit dem Sehen
feinstofflicher Energien wuchs ich auf und es hatte lange gedauert, bis ich die
Akzeptanz dafür für mich selbst fand. Ich möchte meinen Weg nicht als
Schicksalhaft bezeichnen. Das Wort schwingt sehr schwer, aber ich wusste, es ist
eine Aufgabe da, die darauf wartet erfüllt zu werden.
Als ich etwa 21 Jahre alt war, fiel mir auf einem Trödelmarkt ein mit einigen alten verstaubten Büchern beladener Karton auf. Ich stöberte ein wenig darin herum bis die nette ältere Dame hinter dem Stand auf mich zukam und mir den ganzen Karton für 5 DM überließ.
Daheim angekommen, fand ich neben einigen alten Kochbüchern ein Buch, welches mir aufgrund des fehlenden Umschlags auffiel. Als ich es öffnete las ich den Titel "Sieben Zeichen". An den Namen des Autors kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Noch auf dem Boden sitzend, fing ich an die ersten schon sehr vergilbten Seiten durchzublättern. Bereits beim Lesen dieser ersten Seiten fingen meine Hände an zu zittern. Das Kapitel: "Erstes Zeichen", hätte ein Kapitel aus meiner Kindheit sein können. Hier wurde verfasst, was ich Jahre zuvor tatsächlich in dieser Form durchlaufen habe. Ich musste weinen, denn ich erkannte so vieles wieder, auch das, was ich viele Jahre lang aus Angst verdrängt hatte.
Ich muss gestehen, dass das Lesen der einzelnen Kapitel für mich ein emotioneller Kraftakt war. Viele Dinge wurden mir wesentlich klarer aber vieles löste in mir auch erneut Ängste aus. Wenn ich diesen geschriebenen Worten glauben schenken sollte, dann stand ich hier erst am Anfang eines Weges, den ausgerechnet ich mir ausgesucht haben soll. Aus Ehrfurcht wurde Angst und aus dieser Angst wuchs Verzweiflung.
Das Buch beschrieb die Kräfte eines Menschen mit besonderen Veranlagungen. Ich schreibe hier bewusst nicht das Wort Fähigkeiten, denn damals sah ich diese Kräfte noch als eine Art Fluch. Ich verdammte sie, wollte mich wehren und suchte in diesem Buch vergeblich eine Antwort, wie ich mich aus dieser Situation befreien konnte.
Ein weiteres Buch in dieser erworbenen Schatzkiste, drehte sich um das Thema, wie Zahlen unser Leben beeinflussen. Mit einfachen Berechnungen, ähnlich der Nummerologie konnte man dort eine Lebenszahl errechnen. Meine Zahl war/ist die Sieben.
Alles was in meinem Leben mit großen Veränderungen zu tun hatte, geschah tatsächlich in einem Sieben Jahresrhythmus aber auch das wurde mir erst später klar.
Bis zu dieser
Zeit, gab es nur eine einzige Vertraute in meinem Leben, die wusste und
verstand, wie schwer ich mich tat, mit dem was in mir vor sich ging. Zu dieser
Zeit "lebte" diese Vertraute bereits seit 7 Jahren nicht mehr in unserer
materiellen Welt. Dennoch hatte ich zeitweise den Kontakt zu ihrer Seele.
Mit 28 Jahren schließlich, gab es wieder eine entscheidende Wende durch eine
psychosomatisch bedingte Krankheit, die in mir zunächst unerklärliche
körperliche Schmerzen hervorrief. Ich konnte kaum noch laufen und mich aufrecht
halten. Mit einem Stuhl als Stütze, den ich vor mir her schob behalf ich mir
während dieser Zeit. Dann war es soweit, ich musste in eine Psychosomatische
Klinik. In den folgenden 12 Wochen meines dortigen Aufenthaltes lernte ich
Körper und Seele in ein Gleichgewicht zu bringen. Ich verstand dass die Seele
ein mächtiges Instrument ist, welches Leben erhalten, aber auch zerstören kann.
Druckabbau durch Gespräche. Nichts mehr in mich hineinfressen, sondern mich zu äußern über das was mich tief in mir bewegte, sorgte oder ängstigte.