
Viele
Menschen glauben irrtümlicherweise, dass das gewünschte Wesen oder die
gewünschte Kraft schon erscheinen muss, wenn sie bloß eine Räucherung und
Anrufung vornehmen, und sind dann sehr enttäuscht, wenn sich entweder gar
keine Erfolge oder nur Teilerfolge einstellen! Mitunter fallen sie, was noch
schlimmer ist, sogar der eigenen Phantasie und den verschiedenartigsten
Halluzinationen zum Opfer.
Vor allem birgt die Symbolik
des Räuchergefäßes das Geheimnis der Materialisation bzw. Verdichtung der
gewünschten Kraft und Wesenheit. Weil nur wenigen Eingeweihten diese
Tatsache bekannt war und ist, gehen so viele Anrufungen, bei denen
versuchsweise die Manifestierung eines Wesens angestrebt wird, fehl. Um
hierfür ein einleuchtendes Beispiel anzuführen, könnte man solch ein
einseitiges und unzulängliches Vorgehen mit einem Fisch vergleichen, den man
aus seinem Element, dem Wasser, herauszieht und annimmt, dass er an
Auch dem Menschen wäre es ohne vorherige
Maßnahmen unmöglich, mit seinem grobmateriellen
Nur hohe Intelligenzen, die Gesetze der
materiellen Welt genau so gut kennen und zu gebrauchen verstehen wie ein hoher
Eingeweihter, der die Gesetze der sich außer seiner materiellen Welt befindlichen
Sphären kennt und beherrscht, wären in der Lage, sich den zu manifestierenden Platz, in
unserem Fall das Dreieck, für eine Materialisation selbst vorzubereiten. Nur hat dann der
Magier in einem solchen Fall keine Möglichkeit, das Wesen, das sich die für die
Projektion notwendigen Vorbedingungen selbst schaffen muss, nach eigenem Gebrauch und
Willen zu beherrschen, auch dann nicht, wenn er die Gottform in sich erzeugen würde. Er
müsste
Ein auf solche Art angerufenes Wesen wird
einem Zauberer in den meisten Fällen den Gehorsam verweigern, wird ihn betrügen oder gar
zwingen, auf einen Pakt einzugehen, ganz abgesehen von Drohungen und vielen anderen
Gefahren, denen ein Zauberer durch solch ein Wesen ausgesetzt ist. Ein untrügliches
Beispiel für diese Beschwörungsart ist und bleibt die Begebenheit mit Faust und
Mephisto, über die ich noch im weiteren ausführlicher spreche.
Solche und ähnliche Fälle haben sich im
Laufe der Zeiten zu Hunderten, wenn nicht mehr, mit Unvorsichtigen zugetragen, nur sind
sie fast durchweg unbekannt geblieben. Einem wahren Eingeweihten, der alle Maßnahmen
sowie alle Entsprechungen, die für eine rituelle Magie notwendig sind, berücksichtigt,
kann so eine Tragödie niemals begegnen. Es ist daher Vorbedingung, die Symbolik aller
magischen Hilfsmittel gut zu kennen und zu verstehen, um die Wesenheiten und Kräfte
vollkommen beherrschen zu können.
Das Räuchergefäß ist also die Symbolik
der Materialisierung eines Wesens, und bevor der Magier zur Rufung eines Wesens übergeht,
muss er zuvor die für das Wesen erforderliche Atmosphäre schaffen. Er darf sich
keinesfalls darauf verlassen, dass sich diese das Wesen selbst vorbereitet. Ansonsten
besteht die Gefahr, dass der Magier dem Einfluss des Wesens gänzlich unterliegt.
Laut den ältesten Mysterien wurde unter
Schaffung der Atmosphäre für ein gewünschtes Wesen jeglichen Ranges die Einstellung in
den magischen Raum verstanden. Die verschiedensten Anleitungen waren hierfür maßgebend.
Aus dem alten Ägypten bestehen bis heute noch Papyrusrollen, in denen Praktiken für die
Einstellung in den magischen Raum enthalten sind, aber durch Unkenntnis der Symbolik
blieben sie entweder unbeachtet oder wurden gänzlich missverstanden.
Für die Zubereitung des magischen Raumes,
also zur Symbolik des Räuchergefäßes, gehört zwecks Materialisierung eines Wesens die
Raumimprägnierung. Die Raumimprägnierung selbst und der Platz, an dem sich das
betreffende Wesen manifestieren soll, hängen von der Kraft ab, mit der man arbeitet. Es
wird sicherlich niemandem einfallen, den Raum etwa mit dem Erdprinzip zu laden, wenn man
mit dem Feuerelement arbeitet usw. Dies wäre nicht nur töricht, sondern vor allem auch
ungesetzmäßig. Arbeitet der Magier also beispielsweise mit Wesen der Elemente, so
muss er den Raum, in dem die betreffenden Elementwesen materialisiert werden sollen, mit ihrem
eigenen Element laden. Gnomen oder Erdgeister können nur in einem Raum oder an einem Ort
erscheinen, der mit dem Erdelement angefüllt ist; Wassergeister nur dann, wenn der Raum
mit dem Wasserelement geladen ist. Luftgeister oder Feen können sich nur dann
manifestieren, wenn das geistige astrale Luftelement im Raum vorherrscht; Salamander oder
Feuergeister in einem mit dem Feuerelement geladenen Raume; höhere Wesen und
Intelligenzen müssen den Raum mit Licht gefüllt haben. Das Licht muss die Farbe der dem
Wesen entsprechenden planetarischen Analogie haben.
Außerplanetarische Wesen können nur in
reinem weißen Licht erscheinen. Die Verfärbung des planetarischen Lichtes geschieht
durch Imagination. Wesen der Saturnsphäre z. B. werden
Arbeitet man im Freien, so ist imaginativ
ein bestimmter Raum für die Imprägnierung zu bilden. Die Arbeit im Zimmer erfordert,
dass es ganz mit dem betreffenden Element gefüllt wird. Die Imprägnierung geschieht
entweder durch die Lungen und Porenatmung in Verbindung mit der Imagination oder nur mit
Hilfe bloßer Imagination. Das Einziehen des betreffenden Elementes oder des farbigen
Lichtes geschieht durch den Körper des Magiers, der die Stauung im Körper vornimmt und
das verfärbte Licht durch die Hände oder durch den magischen Stab oder direkt durch die
Poren in den Raum ausstrahlen lässt und ihn auf diese Weise füllt, belebt
Will man einen besonders starken Einfluss
für materielle Wirkungen hervorbringen, dann ist bei diesen Räucherungen in die für die
Erscheinung erzeugte Form entweder das elektrische oder das magnetische Fluid gestaut
einzuleiten. Man kann auch das eine oder das andere Fluid oder eventuell beide zusammen -
elektromagnetisches Fluid in einen fluidischen Kondensator bannen, den dann das Wesen
benützt, um sich physisch betätigen zu können. Besteht man aber bei der
Materialisierung eines Wesens auf keinerlei Formbildung, so dass das Wesen auch formlos
wirkt oder selbst eine beliebige Form annimmt, dann ist in das Dreieck auf die Oberfläche
des flüssigen oder festen fluidischen Kondensators ein entsprechendes elektromagnetisches
Volt mit der Wunschkonzentration zu bilden, das Wesen möge diese Kraft benützen, um die
gewünschte Wirkung hervorzurufen.
Der Gebrauch von narkotischen
Räuchermitteln, die in vielen über die Beschwörungsmagie handelnden Büchern angeführt
sind, ist vom richtigen Standpunkt des Magiers aus verwerflich, denn Opiate rufen,
abgesehen von ihrer Gifthaltigkeit, nicht das gewünschte Ergebnis herbei, dafür aber
Halluzinationen oder Unterbewusstseinsprojektionen des gewünschten hervor. Ein
Magier wird deshalb niemals durch solche Versuche oder ähnliche Experimente seine
Gesundheit gefährden.
