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Liebe Seele,
ich weiß nicht wie ich dich nennen soll?

Seele? Unterbewusstsein? Inneres Ich? Lasse es mich wissen, wie Du gerne genannt werden willst. Nun möchte ich gerne einiges wissen über Dinge, die ich nicht ganz verstehe. Du zeigst mir in der Nacht Gefühle in Bildern, wenn ich mich nicht dagegen wehren kann. Lässt  mich Träumen… nicht immer schönes, was mir Angst bereitet, oder mich traurig macht. Manchmal lustiges, was mich zum lachen bringt und dann bin ich enttäuscht, wenn ich aufwache und das Schöne nicht mehr sehe und spüre.  

Du bringst mir Gefühle die so unterschiedlich sind, und oftmals in Schnelle aufeinander folgen, dass ich manchmal verwirrt darüber bin. Dann versuche ich deine Zeichen zu verstehen, aber nicht immer gelingt mir das. Ich möchte deinen Zeichen manchmal folgen, aber auch die Chance haben mich dir ab und zu auch nicht so zur Verfügung zu stellen. Manchmal finde ich es unfair von dir, dass Du in mir Gefühle entstehen lässt die ich nicht mag, die mir wehtun und mir die Freude nehmen meinen Tag zu genießen. Ja, manchmal sind es Gefühle die so intensiv wehtun, dass ich viele Tage oder Wochen darunter leiden muss. Ich frage mich dann, was ich dir getan habe, dass Du mir so etwas antust?

Du merkst liebe Seele, wie ich jetzt in diesen Momenten des Schreibens wieder negative Gefühle entwickle, aber es sind meine, ich löse sie aus, weil ich mich von dir ungerecht behandelt fühle. Nun sende ich dir innerlich diese Gefühle, damit auch Du sie spüren sollst. Ich will dir nicht wehtun Seele, aber nun möchte ich, dass du das Fühlst was ich in mir aufbaue. Es ist Enttäuschung und Unverständnis. Ich warte gespannt auf deine Antwort hierzu.

 

Liebes kleines Ego,

ich habe mit Freuden deine Botschaft erhalten und lange überlegt ob ich dir deine Fragen einfach so beantworten kann, darf, oder sollte. Du darfst mich nennen wie Du es gerne möchtest. Aber bitte in Liebevoller Weise.  

Ich habe lange darauf warten müssen, bis du dich mit mir in Verbindung setzt. Viele Zeichen musste ich dir senden, damit Du mich überhaupt wahrnimmst. Auch Ich wurde oft von dir verletzt in den letzten Jahren - oder waren es schon Jahrzehnte? -  Nun, ich bin Zeitlos, daher lege ich mich nicht auf eine Zeit fest; Du hast vieles Missachtet, worauf ich dich aufmerksam machen wollte. Ich habe mich bemüht um dich und es gab Zeiten, da wollte ich mich sogar von dir lösen….erinnerst Du dich?

Ich bringe dir Träume, weil ich nur über innere Bilder und Gefühle die ich zu dir sende mit dir Kommunizieren kann. Die Bilder sollen in dir Gefühle auslösen, die Du deuten solltest, die dir aus deiner Vergangenheit bekannt sind, durch Situationen die Du durchlaufen hast. Ich wecke Emotionale Erinnerungen als Botschaft, die Du entschlüsseln solltest.
Ich bin Du, aber Du versuchst  manchmal meine Botschaften an dich zu verdrängen, mir meine Bestimmung zu nehmen. Es ist meine Aufgabe und Bestimmung, deine Gefühle auszulösen, das ist nicht immer leicht, denn ich kann Traurigkeit, Wut, oder andere schwere Gefühle nicht komplett an dir abgeben, sondern muss sie  auch tragen. Sie existieren in mir. Somit verbinden wir uns, zu jeder Minute, zu jeder Stunde zu jeder Ewigkeit. Du kannst nicht ohne mich so existieren wie Du es jetzt und in deinem ganzen Leben erfahren und erlebt hast, aber ich kann ganz gut ohne dich sein.  

Du fragst mich, warum ich dir etwas antue? Du fragst wirklich Mich? Ja weißt Du denn nicht, dass ich dein Handeln nicht beeinflussen kann? Ich kann nicht das, was um dich herum geschieht so lenken, wie es dir gerade passt. Ich kann nur für dich da sein und dich emotional spüren lassen, wie das ‚um dich herum’ auf dich wirkt. Ich bin die Trägerin deiner Gefühle, egal, ob sie nun schwer und schmerzvoll, oder leicht und friedvoll sind. All das tue ich für dich und auch für uns beide.
Aber ich möchte auch dir eine Frage stellen. Warum nimmst Du mich in den Zeiten, wo es auch mir einmal nicht gut geht, so wenig wahr? Ich bin als Trägerin deiner Gefühle auch auf Zuwendung angewiesen. Ich muss auch geliebt werden, damit ich heil und gesund bleibe. Hast Du darauf eine Antwort?

 

 

Liebe Seele,

gut, ich nenne dich Seele, Botschafterin und Du; aber bitte nenne Du mich nicht Ego, ich bringe es mit Egoismus in Verbindung und Du weißt ja, dass wir das nicht so gerne mögen.
Ich habe mich sehr gefreut über deine Botschaft und merke erst jetzt, dass wir tatsächlich viel zu lange keinen Dialog mehr führten. Ja ich gebe dir Recht, es lag nie an dir. Bitte verzeih mir. Es tut mir sehr leid, wenn ich dich verletzt habe, ich habe ‚vergessen’ dass Du ja zu mir gehörst. Ja, ich weiß dass Du ganz gut ohne mich existieren kannst, aber ich brauche dich um Heil, um vollständig und im Gleichgewicht zu sein.

Liebe Botschafterin der Freude und des Kummers, ich bin oft vom Alltag so eingenommen, dass ich mich wirklich zu wenig um dich gekümmert habe. Ich konnte oftmals in Zeiten des Kummers nicht wirklich den Zugang zu dir finden, vielleicht, weil ich es nicht wollte. Da Du ja die Trägerin meiner Gefühle bist, wollte ich den Kontakt zu dir unterbrechen, sodass Du sie mir nicht deutlich genug überbringen konntest. Unterdrückung, ja so kann man es bezeichnen. Ich habe das was Du mir geben wolltest unterdrückt, es mit Füßen getreten. Aber nun bekomme ich Schuldgefühle deswegen. Gibt es eine Möglichkeit mit den Gefühlen zu kommunizieren? Ihnen etwas mitzuteilen, oder läuft es alles über dich, sozusagen als Schaltzentrale?

T`schuldigung, das sollte keine Beleidigung sein. Ach liebe Seele, wie können wir uns nur zusammen verbinden, dass alles Kummervolle leichter wird, für uns beide. Wir haben ja schließlich zusammen das Gewicht der negativen Gefühle zu tragen. Meinst Du da lässt sich ein Weg finden?
Ach ja, ich möchte dir noch mitteilen, dass ich dich wirklich lieb habe.

 

Meine liebe Seelenträgerin
ich nenne dich so, denn Du beherbergst mich. Ich Existiere in dir. Auch ich freue mich, dass Du mir in deiner Botschaft an mich liebevolle Gefühle gesendet hast. Ich habe sie mit Dank aufgenommen und sende dir als Dank dafür die Ruhe und die Leichtigkeit. 

Ich nehme deine Entschuldigung an, sie bringt mir Heilung. Du hast erkannt, dass Du mich nicht für das was außerhalb geschieht verantwortlich machen kannst Ich bin nicht deine Feindin. Aber Du musst noch verstehen, dass ich sehr verletzbar bin. Alles was ich dir an schweren Gefühlen vermittele, sind Wunden in mir. Es sind die Wunden, die dir wehtun. Diese dauern je nach Tiefe, sehr lange, um zu heilen. Dein Handeln, Dein Denken, Dein Tun, können dir Situationen bringen, die mich verletzen, und somit auch dich. Denn ich bin in dir.

Manchmal handelst Du zu schnell. Ich versuche dir zu vermitteln, was gut ist und was weniger gut ist. Wenn Du nicht auf mich achtest, tust Du manchmal Dinge die weniger gut sind. Ich muss es geschehen lassen und kann den Kontakt nicht zu dir finden, weil Du ihn nicht zulässt.

Du sagst manchen Menschen, sie sollen auf ihr Bauchgefühl hören, aber warum tust Du es nicht immer? ICH BIN dein Bauchgefühl, deine Intuition und wenn Du möchtest auch deine ‚Schaltzentrale’. Manchmal verletzen uns auch andere Menschen. Menschen, die vielleicht auch nicht so sehr auf ihre Seele achten. Menschen, deren niedere Gefühle so bestimmend sind, dass die positiveren Gefühle in ihnen verkümmern. Die Seelen dieser Menschen tun mir leid. Sie haben ein schweres Los gezogen. Du hast nach einem Weg gefragt, um gewichtiges gemeinsam leichter ertragen zu können. Nun, dann muss ich dich zuerst den Bewohnern in mir und mit den Ebenen vertraut machen, die leichtes und Gewichtiges beherbergen. Konzentriere dich einen Augenblick auf mich und folge mir…. 

Wie Du nun siehst sind hier in dieser großen Halle viele Bereiche in mir. Ich beherberge, ebenso wie du mich; viele Gefühle darin. Mit manchen verstehe ich mich sehr gut und habe ihnen deshalb einen besonders schönen und Lichtdurchfluteten Platz eingerichtet.

So kommen zum Beispiel  Harmonie und die Ruhe, sehr oft zu mir, die dort hinter der großen goldenen Pforte wohnen. Sie möchten gerne öfter für uns da sein. Leider muss ich sie auch oft zurückschicken, weil Du sie zu dem Zeitpunkt nicht in deine augenblickliche Situation lässt.

Dort drüben siehst Du die wunderschön geschwungene große Flügeltüre mit den großen und kleinen bunten Bändern daran? Dort wohnt die vielfältige Liebe. Auf den Bändern hat sie die Namen jener geschrieben, für die sie bereits durch dich da sein durfte.

Gleich nebenan hinter der einfachen Türe aus Holz wohnt die Freude. Sie ist sehr bescheiden, manchmal ein wenig zurückhaltend, hat aber zwischenzeitlich immer ihren Einsatz, wie du weißt. Ihr gegenüber Wohnt der Humor. Ein lustiger Kerl, der mit seinem Begleiter: das Lachen sooft die schweren Gefühle beseitigt.

Neben ihm, wohnt die Heiterkeit und die Zufriedenheit. Manchmal streiten die beiden sich oder diskutieren sehr lange, ob sie zusammen tätig sein dürfen oder getrennt voneinander.

Hinten ist eine Treppe die nach unten führt, folge mir, aber hab acht, es ist recht dunkel dort… 

Nun sind wir in der tieferen Ebene angekommen, wie Du siehst, sind hier ebenfalls viele Türen. Hier vorn, gleich am Aufgang beherberge ich die Geschwister Hektik und Unruhe. Ich mag die beiden nicht sonderlich, da sie großes Chaos produzieren, welches Mühe macht, es wieder zu beseitigen.

Dort hinter der etwas demolierten Türe wohnt die Wut. Sie ist recht aggressiv und manchmal auch Laut. Sie hat einen großen Einfluss auf die Energie deiner Gedanken, also lass und schnell fortfahren und weitermachen. Hier drüben lebt der Zorn. Er ist nicht ganz so einflussreich wie die Wut, hat aber einen ähnlichen Charakter.

Nebenan wohnt der Frust, er ist auch eine solcher finsteren Gestalten und tritt meist unmittelbar nach den Geschwistern Hektik und Stress zutage. Dort hinten ist wieder eine Treppe, aber wir gehen nicht hinunter, denn dort ist es Stockfinster. Hier wohnt nur eine Einzige Bewohnerin. Es ist die Angst. Sie ist die älteste hier und verändert sich hin und wieder. Sie kann viele Gesichter haben, manche kennen wir gut, manche weniger. Sie kam vor vielen Jahren häufiger hinauf. Sie schläft, wir wollen sie auch nicht wecken.

 

Ich danke dir Seele für den Rundgang durch deine Herberge. Ich verstehe jetzt vieles besser. Darf ich dich zum Abschluss noch etwas fragen?

 

Jederzeit

 

Bist Du gerne meine Seele?

 

Aber ja, ich bin stolz deine Seele zu sein.

 

Und ich bin stolz dich als Trägerin meiner Gefühle zu haben.

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