Der Schamanismus ist bei den Naturvölkern über den ganzen Erdball anzutreffen. Schamanen sind zugleich Medizinmänner, Priester, Zauberer und Seelenführer ins Totenreich.
Als Medizinmann ist der Schamane zuständig für die Behandlung aller Erkrankungen in seiner Umgebung, seien es Fälle körperlicher Beeinträchtigungen oder seelische Störungen. Erkrankungen werden in diesen Schamanistischen Kulturen als Folge von äußeren Beeinflussungen durch Dämonen, Geister oder fremden Zauber verstanden. Die Funktion des Medizinmannes im Schamanen vermischt sich in diesen Fällen mit der des Priesters. Aufgrund seiner Schamanenkraft gelingt es ihm in solchen Fällen, den Störungsgrund auszuschalten und Heilung zu bewirken.

Als Zauberer benötigt der Schamane hellsichtige Fähigkeiten, um z.B. verlorene Gegenstände oder verirrte oder verschwundene Menschen oder Vieh wiederzufinden. In Todesfällen schließlich hat der Schamane als kundiger Führer im Totenreich sicherzustellen, dass der Verstorbene das Jenseits sicher und ohne Schaden zu nehmen erreicht.


Seine Schamanenkraft erhält der Betroffene in der Regel durch eine spontane Initiation, die häufig mit einer schweren Erkrankung einhergeht. Für den Außenstehenden äußert sich dieser Prozess in einem Zustand dramatischer geistiger Verwirrung aus dem der junge Mann oder die junge Frau entweder geläutert und gestärkt und mit übernatürlichen Anlagen versehen hervorgeht, oder in der sie im ungünstigen Falle auch für immer verbleibt. Selbst der Tod kann die Folge eines nicht geglückten Initiationsprozesses sein.
Auf diese ekstatische Auserwählung hin erfolgt in der Regel eine langjährige Ausbildungszeit bei einem erfahrenen Meister, in der es der Schüler lernt, die mystischen Kräfte anzuwenden und zu beherrschen. Zu Beginn dieser Ausbildungszeit erhält er vielerorts dann von seinem Lehrer seine Ausrüstung oder er fertigt sie sich selbst. Sie ist bei allen Schamanen auf der Welt ähnlich. Es gehört dazu die spezielle Kleidung, die Trommel und der Schamanenstab.


Dieser Stock ist häufig aus Holz, aber auch aus Metall gefertigt. Er kann die verschiedensten Formen haben, wobei er mit Federn oder anderen Utensilien ausgestattet sein kann. Das Ende dieses Stockes ist als Pferdekopf gebildet und mit mehreren Glöckchen geschmückt.
 Auf Bali oder Java werden diese Pferdestäbe beim Tanz benutzt, der der Ekstase vorausgeht. Sie sind das Hilfsmittel, die Astralregion zu erreichen. Die samojedischen Völker Westsibiriens hatten eiserne Rentierstäbe.


Der Schamane benötigt eine lange Lehrzeit, in der der Anwärter bei einem erfahrenen Schamanen die Einweihungen erhält, die für eine erfolgreiche Tätigkeit erforderlich sind. Dazu gehört die Vermittlung eines Hilfsgeistes und das Erlernen der Riten, Gesänge, Tänze und der Gebrauch der Trommel, Hilfen also, die zum Überschreiten der Bewusstseinsgrenzen erforderlich sind.
Für seinen Weg in den Himmel oder auch in die Unterwelt, die ebenfalls von Geistwesen bewohnt wird, benötigt der Schamane sein wichtigstes Instrument, die Schamanentrommel. Er benutzt sie sozusagen als Fahrzeug in die anderen Sphären der Wirklichkeit. Hierzu schneidet er sich aus der irdischen Entsprechung des Weltenbaumes, häufig ist dies eine Birke, das Holz zur Herstellung seiner Schamanentrommel.
Im Vorgang des Trommelns wird die Schamanentrommel (Yoni) durch den Schlegel (Linga) stimuliert, Shiva und Shakti vereinigen sich bei jedem Trommelschlag, und von der so entwickelten schöpferischen Energie getragen, beginnt der Schamane in Trance seine Reise aufwärts oder abwärts des Baumes hin zu den verschiedenen Ebenen der Schöpfung.
Die ihm durch die Trommel zufließende Energie gibt ihm auch die Kraft, nicht nur den Prüfungen und Anfechtungen zu widerstehen, mit denen ihm die Götter, Geister und Dämonen zunächst begegnen, deren Unterstützung er sucht, sie gibt ihm auch die Macht über die entsprechenden Wesenheiten, die aufgesucht werden. Dadurch kann der Schamane dann auch gewährleisten, dass die erstrebte Hilfe von ihnen auch gewährt wird.

Der Schamanenstab

Alle Zauberstäbe, alle Stäbe der Macht oder rituelle Stäbe ganz allgemein sind Abbilder des ewigen Weltenbaumes, der identisch ist mit dem Ur-Linga; und dieser ist, eins mit dem absoluten Brahman, eins mit der unendlichen Macht Mahavishnus. Jeder Träger eines solchen Stabes wird damit auch zum "Träger" dieser Macht. Stäbe dieser Art werden in den Kulturen der Völker vielfältig beschrieben. Einer dieser Stäbe ist auch der Schamanenstab.

Er ist aus Holz oder Eisen, der hölzerne am Vorabend der ersten Initiation angefertigt, wobei die Birke, von der man das Holz nimmt, nicht eingehen soll. ... Das Ende dieses Stockes ist als Pferdekopf gebildet und mit mehreren Glöckchen geschmückt.

 Auf Bali oder Java werden diese Pferdestäbe beim Tanz benutzt, der der Ekstase vorausgeht. Sie sind das Hilfsmittel, die Astralregion zu erreichen. Die samojedischen Völker Westsibiriens hatten eiserne Rentierstäbe. Die Keten benutzten Stäbe, die am oberen Ende in drei Zinken ausliefen und deshalb mit dem Symbol des Weltenbaumes oder mit dem Dreizack Shivas in Verbindung gebracht wurden.

In jedem Falle kann wohl behauptet werden, dass die Schamanenstäbe die Funktion hatten, die zunächst ungerichtete schamanische Kraft zu kanalisieren und zu unterstützen. Sie werden damit zu echten Zauberstäben.

 

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